Historie

Die Formula Student ist ein internationaler Konstruktionswettbewerb für Studierende. Ins Leben gerufen wurde er 1981 in den USA. Heute rund 30 Jahre später findet dieser Wettbewerb weltweit statt und es nehmen mehr als 500 Teams mit ihren selbstgebauten Rennwagen daran teil. Die Wettbewerbe werden bis auf wenige Modifikationen nach denselben Regeln ausgetragen, so dass Teams mit ihren Rennwagen an mehreren Veranstaltungen teilnehmen können.

Das Konzept

Studierende konstruieren, planen und bauen in Teamarbeit einen einsitzigen Formelrennwagen, um damit bei dem Konstruktionswettbewerb gegen Teams aus der ganzen Welt anzutreten. Bei der Formula Student gewinnt nicht zwingend das schnellste Auto, sondern das Gesamtpaket aus Konstruktion, Kostenplanung, Verkaufsstrategie und Rennperformance ist entscheidend. Dabei haben die Studierenden in ihrer Konzeptionsphase weitestgehend freie Hand und müssen sich nur an die sicherheitsrelevanten Punkte des gegebenen Reglements halten.

Die Disziplinen

Der Wettbewerb kann grundlegend in zwei Bereiche unterteilt werden, in die dynamischen und statischen Disziplinen. Insgesamt können in acht Disziplinen 1.000 Punkte erreicht werden.

- Statische Disziplinen (325 Punkte) 
- Dynamische Disziplinen (675 Punkte)

Disziplinen

Statische Disziplinen

Business Presentation (75 Pkt.)

Hier stellt das Team einen Geschäftsplan für eine kommerzielle Produktion und Vermarktung des Fahrzeugs vor. In einer genau 10-minütigen Präsentation haben die Vortragenden die Aufgabe die Jury von Ihrem Konzept zu überzeugen. Darauf folgt eine fünfminütige Diskussions- und Fragerunde. Bewertet werden neben Inhalt, Aufbereitung und Darbietung auch die Antworten der meistens zwei Präsentanten.

Engineering Design (150 Pkt.)

Hier muss das Team die Konstruktion vor einer fachkräftigen Jury vorstellen und zu begründen wissen. Die Bewertung erfolgt anhand des Design Reports, der Antworten in der Diskussion und der Begutachtung des Fahrzeugs. Dabei müssen die Verantwortlichen einzelner Baugruppen genau begründen können welche Ursachen und Rechnungen zur vorhandenen Konstruktion geführt haben.

Cost Analysis (100 Pkt.)

Hier müssen die Studierenden ihre kalkulierten Produktions- und Montagekosten vortragen, verteidigen und mögliche Alternativen aufzeigen und diskutieren. Bewertet wird die Aufbereitung des Cost Reports, das Verstehen von Fertigungsverfahren zur Kostenoptimierung, die Gesamtkosten sowie die Lösung einer wirtschaftlichen Aufgabe. Diese Aufgabe wird erst vor dem Event bekannt gegeben und beinhaltet beispielsweise die Ausarbeitung einer Kostenreduktion einer Baugruppe.

Dynamische Disziplinen

Acceleration (75 Pkt.)

Hier wird das Beschleunigungsvermögen des Fahrzeugs aus einem stehenden Start über eine Strecke von 75m Länge ermittelt.

Skid Pad (50 Pkt.)

Hier wird die erreichbare Querbeschleunigung während einer konstanten Kreisfahrt ermittelt. Dazu werden zwei überlappende Kreisringe zweimal durchfahren. Zur Wahrung der Chancengleichheit im Falle von Wetterumschwüngen wird der Test gegebenenfalls auf einer bewässerten Fahrbahn ausgeführt.

Autocross (150 Pkt.)

Hier muss das Fahrzeug durch einen ca. 800 m langen Handling-Kurs gesteuert werden, der Geraden, Haarnadelkurven, Schikanen und Slalomstrecken enthält.

Endurance (300 Pkt.)

Hier sollen die Fahrzeuge insbesondere ihre Haltbarkeit und Zuverlässigkeit unter Beweis stellen. Eine Strecke von 22 km, die vom Aufbau an den Handling-Kurs angelehnt ist, jedoch Überholzonen eingebaut hat, gilt es schnellstmöglich zu absolvieren. Dabei gibt es nach 11km einen Fahrerwechsel, für welchen 3min Zeit zur Verfügung stehen.

Fuel Economy (100 Pkt.)

Während des Endurance wird der Kraftstoffverbrauch bei den Verbrennern bzw. der Energieverbrauch bei den Elektrofahrzeugen gemessen. Bei der Berechnung der erreichten Punkte, zählt nicht einfach der Verbrauch, sondern vielmehr der Verbrauch in Relation zur Geschwindigkeit.